Traumfänger und Tipi-Camp - Urlaub auf den Spuren der Ureinwohner

Traumfänger und Tipi-Camp - Urlaub auf den Spuren der Ureinwohner

Joe Bailey ist ein begnadeter „Storyteller“. Seine Augen glänzen, wenn er die überlieferten Geschichten seiner Vorfahren zum Besten gibt. Voller Stolz blickt der Betreiber des kleinen Reiseveranstalters North Star Adventures mit Sitz in Yellowknife auf die alten Traditionen in Kanadas hohem Norden zurück. Wie vielen seiner Kollegen mit indigenen Wurzeln liegt ihm eines besonders am Herzen: die Besucher der Northwest Territories sollen an der Kultur ihrer Ureinwohner teilhaben!

Spuren aus längst vergangenen Tagen gibt es hier zu Hauf! Bereits vor 10.000 Jahren lebten die Urahnen der heutigen Dene-Indianer am MacKenzie River. Die erste Inuit Siedlung gab es wahrscheinlich vor rund 5.000 Jahren. Auch heute noch zählt die Hälfte der rund 42.000 Einwohner der Northwest Territories zu den Ureinwohnern, also zu den Inuit, Métis oder First Nations, wie die Indianer in Kanada genannt werden. Letztere gliedern sich mit mehr als 17.000 Angehörigen in 26 Stämme auf. Die kulturelle Vielfalt ist enorm!

Seit jeher wird das traditionelle Wissen von den Stammesältesten bewahrt und von Generation zu Generation weitergegeben. Die Zugrouten der Karibu-Herden, die heilende Wirkung der Pflanzen, die Geschichten ihrer Völker… Viele der jüngeren First Nations besinnen sich heute wieder verstärkt auf dieses Wissen zurück und wollen die Traditionen lebendig erhalten. Genau wie vor 10.000 Jahren tragen die Bewohner des Nordens mit ihrer freundlichen, offenen und abenteuerlustigen Art zum Charme der Northwest Territories bei. Wir treffen sie in jeder Gemeinde und jeder von ihnen hat eine großartige Geschichte zu erzählen.

Meist sind es kleinere, von Angehörigen der Ureinwohner betriebene und familiär geführte Unternehmen, die Besucher der Northwest Territories dazu einladen, den „Aboriginal Way of Life“ einmal persönlich kennenzulernen. Hier gibt es traditionelle Überlieferungen und Wissen der First Nations aus erster Hand – Authentizität ist garantiert!

Wundervolle Wilderness Lodges mit so klangvollen Namen wie North Nahanni Naturalist Lodge, Trout Rock Wilderness Lodge, Drum Lake Lodge oder Sah Naji Kwe Lodge laden neben der klassischen Übernachtung  oftmals auch zu Tagesausflügen, Outdoor-Abenteuern und kulturellen Programmen mit indigenem Hintergrund ein.

Die Vielfalt an angebotenen Kultur- und Abenteuertouren auf den Spuren der Ureinwohner durch lokale Reiseveranstalter ist enorm. Während sich unser „Storyteller“ Joe Bailey auf Programme in und um der Hauptstadt Yellowknife spezialisiert hat, entführen andere Anbieter ihre Gäste in weit abgelegenere Regionen des Territoriums. Die Programme reichen von Hunde- oder Schneemobiltouren durch die Tundra über arktische Safaris oder Angelausflüge bis hin zu Zusammenkünften mit den Stammesältesten. Bei handwerklichen Workshops können originalgetreue Traumfänger gebastelt werden und auch der Gaumenschmaus darf nicht zu kurz kommen – schon mal Karibugulasch oder Bannock probiert? Bannock ist ein traditionelles Fladenbrot der Ureinwohner und darf bei keinem First Nations-Gericht fehlen. Bei allen Programmen steht die Vermittlung von traditionellem Wissen über das Land und seine Bewohner sowie Flora und Fauna im Vordergrund.

Auch so manche geschichtliche und kulturelle Stätte sowie diverse Museen ermöglichen Einblicke in das Leben der Ureinwohner der Northwest Territories. Das Prince of Whales Northern Heritage Centre in Yellowknife ist nicht nur das bedeutendste Museum, sondern gleichzeitig auch Archiv der Region und verfügt in dieser Funktion über eine riesige Bibliothek. Auch das Dene Cultural Institute in Hay River oder das Aurora Village vor den Toren Yellowknifes laden zu einem Besuch ein. Letzteres ist ein Tipi-Camp an dem nicht nur Hundeschlitten- oder Schneemobiltouren sowie Wanderungen auf Schneeschuhen angeboten werden. Nachts kann man sich hier in einem der traditionellen Tipis aufwärmen, während man auf die quirligen Polarlichter – die Aurora Borealis – wartet.

Wer zum richtigen Zeitpunkt vor Ort ist, der kann sich bei einem der vielen Events und Ausstellungen von der Kunst der Ureinwohner begeistern lassen. Als Synonym für nordische Kunst und Musik ist hier das Great Northern Arts Festival zu nennen. Jedes Jahr im Juli verwandelt sich das beschauliche und abgelegene Städtchen Inuvik, knapp 100 km vor der Beaufort-Sea, für rund 10 Tage zum Kunstzentrum der Ureinwohner, wenn sich hier bis zu 80 schaffende und 40 darstellende Künstler aus Kanadas Norden versammeln.

Sie sind Inuit, Inuvialuit, Gwich’in, Dene oder Métis und Angehörige vieler anderer kanadischer First Nations Stämme. Sie kommen von weit her, um ihre Arbeit zu zeigen, zu singen und zu tanzen, sich mit anderen Künstlern auszutauschen und neue Techniken zu erlernen. Und nicht zuletzt kommen sie, um die Vielfalt zu feiern, die den Norden Kanadas ausmacht. Die Zusammenkunft einer derartig großen Anzahl an indigenen Künstlern mit ihren unterschiedlichen Traditionen, Techniken und Talenten sucht ihresgleichen. Besucher aus der ganzen Welt strömen herbei, um diese Vielfalt an einem einzigen Ort erleben zu können. Vielleicht auch bald Sie?

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